Wie können Behörden voneinander lernen und gute Erfahrungen für die eigene Arbeit nutzbar machen? Beim Forum der Präsidentinnen und Präsidenten 2026 in Ulm ging es um genau diese Frage und um konkrete Wege, Verwaltungsmodernisierung in der Praxis voranzubringen.
Verwaltungsmodernisierung findet nicht nur in neuen Strategien und Konzepten statt. Sie zeigt sich auch dort, wo Behörden ihre Erfahrungen miteinander teilen und offen darüber sprechen, was funktioniert und wo es noch hakt.
Unter dem Motto „Erfolg ist kein Zufall – Gemeinsam Innovation managen und Effizienz steigern“ kamen auf Einladung der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung 34 Präsidentinnen und Präsidenten aus der Bundesverwaltung vom 20. – 22. September 2026 in Ulm zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragen, die viele Behörden beschäftigen: der Einsatz Künstlicher Intelligenz, die Verbesserung von Verwaltungsprozessen, strategische Personalplanung sowie Fragen von Führung, Kultur und Aufgabenkritik.
Die Beiträge aus den Behördenleitungen zeigten, wie unterschiedlich die Wege sein können. Dr. Jan Kayser (BAW), Dr. Tewes Tralau (BfR) und Prof. Dr. Lilian Busse (UBA) berichteten über Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz und praktischer Prozessoptimierung. Prof. Helge Heegewaldt (BSH) sprach über Law as Code und Rulemapping. Dr. Inge Paulini (BfS) gab Einblicke in Fragen von Kultur, Führung und moderner Aufgabenkritik. Im Konkreten schlug Prof. Schönbohm (BAköV) vor, mit Hilfe eines personellen „Kompetenzkreislaufs“ im Bund die Fachexpertise aus den Behörden für die Fortbildung des Bundes nutzbar zu machen.
Im Mittelpunkt stand dabei der Austausch über die Erfahrungen hinter den Projekten. Welche Ansätze haben sich bewährt? Wo liegen die Schwierigkeiten? Und was lässt sich davon auf andere Behörden übertragen?
Gerade der persönliche Austausch auf Leitungsebene eröffnet dafür Möglichkeiten, die im normalen Arbeitsalltag oft fehlen. Die Beteiligten können sich unmittelbar über ähnliche Herausforderungen verständigen, unterschiedliche Erfahrungen einordnen und Kontakte für die weitere Zusammenarbeit knüpfen.
Der Blick über den Bund hinaus
Ein wichtiger Impuls kam von Ronja Kemmer, Chief Digital Officer der Landesregierung Baden-Württemberg. Ihr Beitrag richtete den Blick auf die föderale Dimension der Verwaltungsmodernisierung. Viele Fragen stellen sich zugleich auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Der Austausch entlang dieser föderalen Kette kann helfen, Erfahrungen zusammenzuführen und dort zusammenzuarbeiten, wo gemeinsame Lösungen gefragt sind.
Auch der Besuch beim Technischen Hilfswerk, dem diesjährigen Gastgeber, brachte die Diskussion aus dem Tagungsraum in die Praxis. Im Logistikzentrum Baden-Württemberg erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Arbeit des THW und konnten an verschiedenen Stationen erleben, wie technische Lösungen und eingespielte Zusammenarbeit im Einsatz funktionieren.
Für Prof. Arne Schönbohm, Präsident der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung, liegt darin ein wesentlicher Wert des Präsidentenforums:
„Gelebte Modernisierung bedeutet für mich auch, Erfahrungen zu teilen und gute Lösungen über die Grenzen einzelner Behörden hinweg nutzbar zu machen. Genau dafür schafft das Präsidentenforum Raum. Der offene und praxisnahe Austausch trägt dazu bei, dass wir gemeinsam schneller vorankommen und unsere Verwaltung digitaler, effizienter und handlungsfähiger gestalten.“
Das Präsidentenforum lebt dabei vom direkten Gespräch. Die Präsidentinnen und Präsidenten bringen Erfahrungen aus unterschiedlichen Behörden und Aufgabenbereichen mit. Wenn diese Perspektiven zusammenkommen, entstehen Anknüpfungspunkte für die eigene Arbeit und für die weitere Zusammenarbeit.
Die Bundesakademie für öffentliche Verwaltung dankt allen Präsidentinnen und Präsidenten für die offenen Gespräche und den intensiven Austausch. Ein besonderer Dank gilt dem Technischen Hilfswerk und Präsidentin Sabine Lackner für die Mitausrichtung des Forums und die Einblicke in die wichtige Arbeit des THW.
Das nächste Forum der Präsidentinnen und Präsidenten findet im September 2027 in Leipzig statt. Auf Einladung von Frank Scholze wird die Deutsche Nationalbibliothek Mitgastgeberin des nächsten Treffens sein.
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