Forum der Präsidentinnen und Präsidenten 2025 in Langen
Das Forum der Präsidentinnen und Präsidenten 2025 in Langen war erneut ein voller Erfolg! Zwei Tage lang kamen die Leitungspersonen zahlreicher Bundesoberbehörden zusammen, um sich über zentrale Themen und Herausforderungen der Bundesverwaltung auszutauschen.
Im Fokus stand dabei die ressortübergreifende Zusammenarbeit, wie sie im aktuellen Koalitionsvertrag explizit eingefordert wird. Moderiert von der Moderatorin, Trainerin und Coach Susanne Kamp erlebten 38 Teilnehmende aus 11 Ressorts zwei abwechslungsreiche und thematisch spannende Tage.
Der erste Tag begann mit einem herzlichen Willkommen durch Dr. Baumann, dem Präsidenten des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung (BAF), und Prof. Schönbohm. Dann folgte eine kurze Vorstellungsrunde je Tischgruppe, bei der sich insbesondere jene, die zum ersten Mal am Forum teilnahmen, vorstellen konnten. Die Gelegenheit wurde bereits vielfach genutzt, um Sammelhefte mit den Stickern der anderen Teilnehmenden zu füllen. Die Sammelhefte dienten dazu, konkrete Kontakte mit Partnern für ressortübergreifende Projekte festzuhalten.
Sodann berichtete Herr Pfülb, Präsident des Bundessortenamtes, wie in seiner Behörde die Bündelung gleichartiger Aufgaben mit anderen Behörden zu ihrer effizienteren Erledigung führt. Anhand praktischer Beispiele stellte er viele mögliche und von anderen nachahmbare Synergie-Effekte und Entlastungspotenziale der Mitarbeitenden dar.
Es folgte der erste interaktive Part für alle, als Dr. Büning-Fesel, Präsidentin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, mit der Methodik der Liberating Structures alle Teilnehmenden zur Reflexion und Konkretisierung ihres eigenen Beitrags zur ressortübergreifenden Zusammenarbeit anleitete.
Nach einer kurzen Pause berichtete die „Selbstverständnis-Gruppe“ rund um Dr. Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, welche innovativen Ansätze sie bei der Staatsmodernisierung sieht und welche Projekte dort im Kleinen und Großen angegangen werden.
Im Anschluss schilderte Generalleutnant Sieger, Präsident des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr, eindrücklich, wie man dort der Herausforderung der Personalgewinnung und-bindung begegnet, welche Besonderheiten dort für die Bundeswehr gelten und wie seine Behörde zum Motor der Zeitenwende wurde.
Eine stärkende Mittagspause später berichteten die aus vorherigen Foren und Formaten hervorgegangenen Arbeitsgruppen der Behördenleitungen, welche gemeinsamen Herausforderungen dort zu den Themen „Strategische Personalplanung“, „Fortbildung“, „Selbstverständnis“ und „KI“ aktuell angegangen werden. Viele erstmalig Teilnehmende schlossen sich den Gruppen neu an und es wurde mit dem Themenfeld „Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit“ eine neue Gruppe gegründet.
Es folge ein Einblick in Aufbau und Funktionsweise des Learning Management Systems im Bundesamt für Straßen- und Verkehrswesen durch dessen Präsidenten Dr. Oeser. Er zeigte u.a. auf, wie abwechslungsreich und intensiv das behördeneigene ILIAS genutzt wird und welche wachsende Rolle KI im Bereich der Fortbildung bereits heute dort spielt.
Zum Thema Fortbildung folgte unmittelbar eine soziometrische Aufstellung, bei der die Behördenleitungen sich nach der Anzahl ihrer Mitarbeitenden aufreihten. Anhand dessen wurden Kleingruppen aus Personen gebildet, deren Behörden ähnlich groß sind und die somit vor vergleichbaren Herausforderungen im Bereich der Schulung von Mitarbeitenden stehen. Die anschließende Sammlung gemeinsamer Erfahrungen und Herausforderungen zeigte eindrücklich, wie breit und wichtig das Thema Fortbildung in jeder der anwesenden Behörden ist und wie sehr sich die Anforderungen und Hindernisse hierbei ähneln.
Den thematischen Schlusspunkt setzte Prof. Schönbohm mit seiner ambitionierten Vision dazu, welche Rolle die BAköV als zentrale Fortbildungseinrichtung und somit Leitakademie des Bundes bei der Koordination der Fortbildungslandschaft des öffentlichen Dienstes einnehmen könnte.Sodann brachen alle Teilnehmenden zum Finale des ersten Tages am Frankfurter Flughafen auf. Hier schilderte Dr. Baumann, unterstützt vom Leiter der FraPort AG Dr. Prümm, mit welchem Kraftakt das Großprojekt Flughafen mit seinem üppigen Planfeststellungsverfahren von wenigen engagierten Kräften „aus dem Boden gestampft“ wurde. Bei der anschließenden Dinner Speech in der FraLounge gewährte Dr. Prümm dann noch Einblicke in seinen bewegten Werdegang. Die Teilnehmenden ließen sich von der Begeisterung der Redner für das Thema Fliegen anstecken, sodass der Panoramablick über die Startbahnen des Flughafens gerne für Fotografien und zum Innehalten genutzt wurde.
Den zweiten Tag eröffnete Prof. Dr. Ost, Vizepräsident des Bundeskartellamts, mit einem Erfahrungsbericht über den Einsatz von KI in seiner Behörde. Er zeigte auf, wie sich die Behörde den möglichen Einsatzszenarien genähert und das Personal fit für den Einsatz verschiedener KI-Produkte gemacht hat.
Im anschließenden Vortrag führte Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, anschaulich aus, welche ethischen und praktischen Regeln für den Einsatz von KI-Tools in seiner Behörde, aber auf seiner Regelung aufbauend auch bei weiteren Geschäftsbereichsbehörden aufgestellt wurden. Ein wichtiger Fokus war auch hierbei die Qualifikation der Mitarbeitenden, die ihre Aufgaben mit KI-Unterstützung erfüllen.
Dieser Punkt war dann auch Zentrum der Fishbowl-Diskussion, bei der Dr. Bleß, Referent der Lehrgruppe 5, den Teilnehmenden wertvolle Informationen zum bestehenden Fortbildungsangebot der Bundesakademie, aber auch zu den schon heute bestehenden KI-Produkten in der Bundesverwaltung weitergab.
Einen furiosen Schlusspunkt setzte Frau Lackner, Präsidentin des Technischen Hilfswerks, die von der Überführung ihrer Behördenstruktur in eine Matrixorganisation berichtete. Sie schilderte eindrucksvoll, welche Herausforderungen an alle Beteiligten ein so immenser Wandel stellt und wie diesen begegnet werden konnte.
Am Ende der Veranstaltung überreichte Dr. Baumann Frau Lackner den Staffelstab. Das nächste Präsidentenforum findet dann im September 2026 im Logistikzentrum des THW in Ulm statt. Viele Teilnehmende gaben an, unbedingt wiederkommen zu wollen und betonten die Einzigartigkeit des Forums und seine Bedeutung für die ressortübergreifende Vernetzung.